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Wie kamen Sie dazu, die Reihe HörArt zu gründen?


Ganz einfach: die Leidenschaft zur Musik. Mich begeistert und berührt es, wenn Menschen sich über Klänge ausdrücken und ich sie dadurch intensiver wahrnehmen kann. Oder anders ausgedrückt: Die Freude in Klängen zu baden. An dieser Freude möchte ich einfach andere Menschen teilhaben lassen.



Sie stellen also den besonderen Hörgenuss in den Mittelpunkt. Aber geschieht dies nicht bei allen Konzerten? Geht es nicht immer um das Hören? Was ist das Besondere Ihrer Konzertreihe?


Natürlich erlebt jeder Konzertbesucher in seiner Art und Weise seinen ganz persönlichen Genuss. Was ich durch die Zuhörexperimente, die in meiner Konzertreihe einen besonderen Platz einnehmen, erreichen möchte, ist ein tieferes Verständnis und damit intensiveres Erleben der Musik. Zusammen mit der Pianistin Claudia Birkholz und dem Hirnforscher Ben Godde habe ich zum Beispiel ein besonders Konzertformat entwickeln, um über Experimente zu erkunden, wie unser Ohr und das Gehirn Klänge verarbeitet. Das zeigte Wirkung. Eine Teilnehmerin, die an dieser ersten Aufführung teilgenommen hatte, berichtet mir danach von einem Erlebnis, dass sie jetzt Musik, die sie vorher eher abgelehnt hatte, jetzt etwas abgewinnen kann. Musik verstehen, schafft einen sinnlicheren Zugang im Erleben. Das ist eine Leitidee von HörArt.



Sind Sie selbst musikalisch aktiv?


Ja und nein. Seit einigen Jahren versuche ich in meinem fortgeschrittenen Alter noch das Pianospiel zu erlernen. Das hat natürlich von der Fertigkeit seine Grenzen. Aber dieses Erlebnis selbst Töne zu produzieren und meinen eigenen Ausdruck zu finden, hat mich ebenfalls inspiriert diese besondere Konzertreihe aufzulegen. Daher war es mir ein Anliegen, in meinem Stiftungshaus einen Konzertflügel zu integrieren.



Was verbirgt sich hinter dem Wort ‚Lukullische Lust-Frust Genuss‘?


Das ist eine Wortschöpfung, die sich über die Zeit herausgebildet hat. Um den sinnlichen Genuss zu verstärken gibt mitten im Konzert einen besonderen Gaumengenuss. Eine ungewöhnlich leckere Speise und Getränk. Das gehört zum Konzert dazu. Allerdings nur wie ein guter ‚Gruß aus der Küche‘ nur zum Anregen der Sinne. So entsteht ein Wunsch nach mehr, was ich zugegeben etwas übertrieben als ‚Frust‘ beschrieben haben. Ein sehr förderlicher Frust allerdings, die sich hoffentlich in der Lust nach mehr Klängen erfüllt. Daher der ‚Lukullische Lust-Frust-Genuss‘.



Wie viele Konzerte haben Sie geplant?


Sparsamkeit ist hier eher die Devise. Sechs solcher HörArtKonzerte sind im Jahr geplant. So freuen sich die Freunde der klanglichen Kunst auf die neuen Darbietungen.



Was wünschen Sie sich für die Zukunft?


Resonanz. Resonanz bei den Gästen und Resonanz bei den Musikern und Komponisten. Dass dieses besondere Format als eine Bereicherung für alle wahrgenommen wird und es sich herumspricht; über Bremen hinaus - weil der sinnliche Genuss die eigene Lebensquelle mehr zum sprudeln bringt.

Wie kamen Sie dazu, Konzerte in Borgfeld zu veranstalten?


Da ich selbst Hobby-Musiker bin, habe ich es immer vermisst, dass dieser Ortsteil Bremens live-musikalisches Brachland ist. Irgendwann habe ich mir gesagt, das jammern nichts nützt und ich selbst die Initiative ergreifen muss, wenn sich etwas ändern soll. Lange habe ich nach einer passenden Location gesucht und ein paar Konzerte in der Aula der alten Grundschule unter dem Namen „Musique Extraordinaire“ organisiert. Die Räumlichkeiten sind nicht schlecht, aber für die Art von Musik, die ich haben wollte, eigentlich viel zu groß. Irgendwann kam ich mit Ralf Besser ins Gespräch und wir stellten fest, dass wir ähnlich Vorstellungen und beide die Idee haben, Musiker für Konzerte nach Borgfeld zu holen. Eines Tages hat er mir angeboten, für Konzerte seine Stiftungsräumlichkeiten zu nutzen. So habe ich mich dann unter die Fittiche seiner Veranstaltungsreihe „Hör Art“ begeben.



Welche Art von Musik wollen Sie denn fördern? Was war, bzw. ist das Besondere an Ihren Konzerten?


Im Gegensatz zu Ralf Besser, bin ich eher in Richtung Pop-Musik orientiert. Allerdings stelle ich den Anspruch, dass die Künstler eigene, selbst komponierte Songs spielen. Da ich einige professionelle Musiker kenne, die gerade dies versuchen, weiß ich, dass es geradezu aussichtslos ist, auf diese Art und Weise, seine Brötchen zu verdienen. Diese möchte ich unterstützen – ihnen die Möglichkeit geben, nicht nur vor interessiertem Publikum zu spielen, welches offen für zuvor nicht Gehörtes ist, sondern auch wenigstens eine kleine finanzielle Anerkennung zu erhalten. Der Geist des Künstlers mag sich vom Applaus ernähren – aber jeder Künstler hat auch einen Körper - und den verlangt es nach handfester Nahrung. Ich denke, viele Menschen sind sich dessen heutzutage gar nicht bewusst – in einer Zeit der „Geiz ist geil“ Mentalität – Musik gibt’s ja an jeder Ecke umsonst. Aber zu welchem Preis für die Musiker? In Bezug auf diese Problematik, möchte ich das Verständnis des Publikums wecken.



Sind Sie selbst musikalisch aktiv?


Ja – wie schon anfangs gesagt, als Hobby-Musiker (Schlagzeug und Background-Gesang) in der Borgfelder Rock-Band „SWITCH ON“. Die Band besteht, in fast unveränderter Besetzung, seit bald 30 Jahren. Wir spielen nur selbst komponierte Songs. Zum Glück müssen wir davon nicht unseren Lebensunterhalt bestreiten und können einfach das machen, was uns Spaß macht.


Wie viele Konzerte haben Sie geplant?


Gerne würde ich monatlich ein Konzert veranstalten – mit Sommerpause im Juli und August. Das bedeutet zwar viel Arbeit, aber es macht mir unendlich viel Spaß und es gibt so viele tolle Bands und Musiker, die Interesse daran haben, in Borgfeld zu spielen. Aber es ist natürlich auch die Frage, wie viele Konzerte im Jahr verträgt das Borgfelder Publikum? Um diese Frage zu beantworten, muss man wohl ein paar Jahre ins Land gehen lassen und entsprechende Erfahrungen sammeln.



Was wünschen Sie sich für die Zukunft?


Naja, ein stetig wachsendes Interesse für die Konzerte. Dass immer mehr Menschen bereit sind, sich einfach mal von Musik überraschen zu lassen – in ein Konzert gehen, ohne zu wissen, was sie erwartet. Die bisherige Publikumsresonanz lässt mich hoffen. Das Schönste Erlebnis war, als mich vor einiger Zeit Jemand beim Einkaufen ansprach und sagte: „Das da so professionelle Musik gemacht wird, habe ich gar nicht erwartet. Wann ist denn das nächste Konzert – wird das auch wieder so toll?“ Diese Frage konnte ich bedenkenlos mit „Ja“ beantworten.